Interview

InterviewDas Interview ist im Grunde eine Frage-Antwort-Runde zu einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Person. Dabei liegt die Schwierigkeit beim Interviewer, alle Fragen zu stellen und parallel darauf zu achten, ob die Antworten des Interviewten auch verständlich sind und nicht vom Thema abkommen. Gegebenenfalls muss der Interviewer nachhaken. Es gibt sogenannte offene und geschlossene Fragen. In sich geschlossene Fragen kann man mit einem "Ja" oder "Nein" beantworten, offene Fragen geben dem Interviewten eine große Freiheit bei seiner Antwort. Beide Fragearten können in einem Interview vorkommen und sich ergänzen. Wenn zu viele geschlossene Fragen hintereinander kommen, liest sich das Interview eher wie ein Verhör. Die Mischung macht es.
Vor einem Interview muss der Journalist mit dem Interviewpartner abstimmen, um welches Thema es sich handelt, wo man sich trifft und wie lange es dauern wird. Wichtig: Die goldene Regel für Interviews lautet: Gehe niemals unvorbereitet in das Gespräch! Also vorher immer noch von unabhängigen Quellen Wissen anlesen.

Textbeispiel:

Interview "Was für Salz brauchen Sportler?"

Derzeit stehen die Salze nicht nur im Lebensmittelregal sondern auch bei Ernährungsratgebern ganz oben im Kurs. Von Himalayasalz über Flüssigsalz bis hin zu Meersalz und ganz normalem Haushaltssalz. Wo genau sind denn die Unterschiede?

Derzeit stehen die Salze nicht nur im Lebensmittelregal sondern auch bei Ernährungsratgebern ganz oben im Kurs. Von Himalayasalz über Flüssigsalz bis hin zu Meersalz und ganz normalem Haushaltssalz. Wo genau sind denn die Unterschiede?

Hauptbestandteil all dieser Salze ist das Natriumchlorid, das auch für den erwünschten salzigen Effekt verantwortlich ist. Normales Haushaltssalz besteht praktisch zu 100% aus Natriumchlorid. Daneben gibt es jodiertes Speisesalz, dem Jod zugesetzt wurde. Jod im jodierten Speisesalz ist sehr wichtig für die Jodversorgung des Menschen, da es sehr schwer ist, den Bedarf an Jod durch andere Lebensmittel zu decken. Außer in jodiertem Speisesalz kommen größere Mengen an Jod lediglich in Kaltwasserfischen vor. Es gibt auch Haushaltssalz, das neben Jod zusätzlich Fluor enthält. Dieser Zusatz ist nützlich, weil er der Entstehung von Karies vorbeugen kann. Himalayasalz, wird - ob im Internet, in Reformhäusern oder Naturkostläden als besonders wertvolles Kristallsalz angepriesen, das sogar heilende Wirkungen haben soll. Die Kraft des Himalayasalzes basiert angeblich auf seinem spezifischen Schwingungsmuster, mit dem die Energiedefizite des Körpers ausgeglichen werden können. Wissenschaftlich sind diese Aussagen nicht haltbar. Deshalb raten Ernährungsexperten zur Vorsicht. Ein Kilogramm Himalayasalz kostet übrigens zwischen 15 und 24 Euro, 500 g normales Kochsalz aus dem Einzelhandel sind hingegen für 20 bis 30 Cent erhältlich. Meersalz ist Salz, das durch die Trocknung von Meerwasser hergestellt wird. Es enthält neben Natriumchlorid viele andere Elemente, die meisten aber nur in Spuren. Flüssigsalz schließlich ist Salz, das in Wasser gelöst und in flüssiger Form verabreicht wird. Es enthält meist noch Kräuter oder Gewürze, die den Speisen zusätzliche Würze verleihen sollen.

Welches von diesen Salzen halten Sie für das gesündeste oder am besten verträgliche Salz?

Das gesündeste Salz ist jodiertes und fluoriertes Speisesalz. Besonders wichtig ist dabei das Jod. Die Jodversorgung in Deutschland ist insgesamt sehr schlecht, die Folgen davon sind die sehr häufig auftretenden Schilddrüsenerkrankungen. Jodiertes Speisesalz liefert einen wichtigen Beitrag für die Jodversorgung. Wer kein jodiertes Speisesalz verwendet, kann seinen Jodbedarf praktisch nicht decken. Flüssigsalz ist eine praktische Alternative. Es wird auch in jodierter Form angeboten. Meersalz ist nicht zu empfehlen, weil sein Jodgehalt viel niedriger ist als der in jodiertem Speisesalz. Himalayasalz kostet vierzigmal so viel wie herkömmliches Salz und ist purer Nepp.

Ist jodiertes und fluoriertes Speisesalz auch die beste Salzart für Sportler? Und wenn ja, warum?

Für Sportler gilt genau das gleiche wie für den "Normalbürger". Auch für sie ist das Jod im Salz der eigentlich wichtigste Bestandteil.

Zuviel Salz ist für den Körper bekanntermaßen auch nicht gut, wie viel Salz sollte man denn täglich zu sich nehmen und ab wie viel wird es schädlich?

Der normale Mensch, der keinen Sport treibt, benötigt täglich etwa 1,5 Gramm Kochsalz, um seinen Bedarf an Natrium zu decken. Der tatsächliche Verzehr in Deutschland ist etwa 6 mal so hoch. Dies liegt nicht nur am Nachsalzen von Speisen, sondern in erster Linie an den hohen Gehalten "versteckten Salzes" in vielen Fertigprodukten. Der hohe Salzverzehr kann bei Menschen, die dafür empfindlich sind, zu Bluthochdruck führen. Gesunde Menschen können einen Überschuss an Salz über den Urin wieder ausscheiden. Nichtsdestotrotz empfehlen Ernährungswissenschaftler, den Verzehr von Salz auf 5 Gramm täglich zu begrenzen. Für den Sportler ist wichtig zu wissen, dass in einem Liter Schweiß etwa 2,5 Gramm Salz enthalten sind. Werden, zum Beispiel während eines Langstreckenlaufes, mehrere Liter Schweiß verloren, dann führt dies nicht nur zu einem Mangel an Flüssigkeit (Dehydrierung), sondern auch zu einem Mangel an Natrium im Blut. Flüssigkeits- und Natriumverluste sollten durch isotonische Getränke während Training oder Wettkampf ausgeglichen werden. Der optimale Natriumgehalt des Getränkes liegt bei 500 bis 1000 Milligramm/Liter. Es können auch Fruchtsaftschorlen verwendet werden, wenn ein natriumreiches Mineralwasser mit einem Natriumgehalt von mindestens 600 Milligramm/Liter verwendet wird.

Vielen Dank für das Interview.

Interviewpartner: Prof. Dr. oec. troph. Klaus Eder, Universitäts-Professor für das Fachgebiet "Ernährungsphysiologie" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Autorisierungsdebatte:
Ob und wann in Deutschland Interviews autorisiert werden dürfen, sollen oder müssen, darüber haben sich führende Journalisten, Medienbeobachter und Wissenschaftler den Kopf zerbrochen und debattiert, u. a. auf www.heise.de und www.pressesprecherverband.de.